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Die Diagnose der Histaminintoleranz – Ihr Weg zur Besserung

Nach dem Essen leiden Sie oft unter Übelkeit, Blähungen oder Durchfall? Schon ein Glas Rotwein oder ein Stück Ihres Lieblingskäses und schon kommt es zu Kopfschmerzen oder Hautausschlag? Treten diese und ähnliche Symptome häufig innerhalb kurzer Zeit nach dem Essen bei Ihnen auf, so kann es sein, dass Sie unter einer Histaminintoleranz leiden. Nicht immer wird eine solche Nahrungsmittelunverträglichkeit schnell von einem Arzt diagnostiziert. In vielen Fällen dauert es Jahre und zig Arztbesuche, bis eine Zuverlässige Diagnose gestellt wurde. Oft liegt es sogar in der Hand des Patienten, durch Recherche die Ursache der Beschwerden möglichst schnell aufzudecken. Dennoch ist eine Selbstdiagnose nicht der richtige Weg. Egal was Sie tun, um Ihre Beschwerden in den Griff zu bekommen: Suchen Sie den Dialog mit dem Arzt und versuchen sie gemeinsam zu einer Diagnose zu kommen. Der Weg zur Feststellung einer Histaminintoleranz kann dabei sehr unterschiedlich sein, denn es existieren keine Leitlinien, die von allen Experten gleichermaßen befürwortet werden.

Das Ernährungstagebuch – so kommen Sie den Symptomen der Histaminintoleranz auf die Schliche

Die Liste der Symptome bei einer Histaminintoleranz ist lang. Es sind keine organischen Ursachen feststellbar, was die Diagnose besonders schwierig macht. Um die Symptome dennoch zuordnen zu können, kann es besonders hilfreich sein, bereits vor dem Arztbesuch ein detailliertes Ernährungstagebuch zu führen. Notieren Sie ganz genau, was Sie wann zu sich genommen haben – sowohl Lebensmittel als auch Getränke – und halten Sie fest, ob es zu Beschwerden kam und wie diese sich äußerten. Damit das Tagebuch wirklich aussagekräftige Ergebnisse bringt, ist es wichtig, dass Sie sich normal ernähren. Das bedeutet: Keine Diät und keine besonderen Vorsichtsmaßnahmen bei der Nahrungsaufnahme.

Neben den Beschwerden und der Nahrungsaufnahme sollten weibliche Patienten außerdem ihren Menstruationszyklus im Tagebuch festhalten. Weiterhin ist die Einnahme von Medikamenten zu dokumentieren.

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Erstanamnese für die Histaminunverträglichkeit

Das Ernährungstagebuch ist eine hervorragende Basis für das Gespräch mit dem Arzt. Gerade das erste Gespräch – die erste Anamnese – sollte besonders intensiv sein: Sie, aber auch Ihr Arzt, müssen sich Zeit nehmen, um die Beschwerden und deren Aufkommen zu erörtern.

In den meisten Fällen wird Ihr Arzt im Anschluss – mittels Differenzialdiagnose – versuchen, andere Erkrankungen und Allergien auszuschließen. Es gibt unterschiedliche Diagnoseverfahren, die dabei helfen können. So kann mit dem H2-Atemste auf eine Fructoseintoleranz hin getestet werden und PRICK- und RAST-Test können verschiedene Allergien ausschließen. Dies ist insofern wichtig, damit bei einer späteren Therapie keine falschen Ansätze verfolgt werden. Denn erst wenn andere Nahrungsmittelunverträglichkeiten, chronische entzündliche Darmerkrankungen, Allergien und andere Erkrankungen mit ähnlichen Symptomen ausgeschlossen werden können, kann die Diagnose Histaminintoleranz zuverlässig erfolgen.

Der Weg zur Diagnose

Nach der Anamnese und dem Ausschluss anderer möglicher Erkrankungen ist es gängig, eine Eliminationsdiät mit, aber auch ohne Provokationstest durchzuführen, um eine Histaminunverträglichkeit zu diagnostizieren.

Eine solche Diät beginnt mit einer gut geplanten Karenzphase von bis zu 4 Wochen. Histamin gehört zu den biogenen Aminen. Deshalb sollen innerhalb dieser 4 Wochen Lebensmittel, die biogene Amine enthalten, möglichst vermieden werden. Auf Alkohol muss ebenso verzichtet werden, wie auf Antihistaminika und Medikamente, die die DAO hemmen. Während der Karenzphase wird das Ernährungstagebuch weiterhin geführt.

Die Symptome bessern sich innerhalb der Karenzphase und die Differenzialdiagnose hat andere Erkrankungen ausgeschlossen? Ist dies der Fall, so liegt häufig eine Histaminintoleranz vor.

Provokationstest und Bluttest bei Histaminintoleranz

Im Anschluss an die Karenzphase kann ein Provokationstest durchgeführt werden. Dabei müssen vom Patienten unterschiedliche – teils histaminhaltige – Flüssigkeiten getrunken werden. Ein Provokationstest ist auch möglich, indem Sie histaminhaltige Lebensmittel verzehren. Die Reaktionen darauf sollten unbedingt im Ernährungstagebuch festgehalten werden.

Egal, ob der Provokationstest über die Zunahme von Flüssigkeiten oder Lebensmitteln erfolgt: Eine Absprache mit dem Arzt ist unbedingt nötig. In vielen Fällen kann es sogar unerlässlich sein, den Provokationstest für die Histaminintoleranz unter ärztlicher Aufsicht durchzuführen. Denn ist die Histaminunverträglichkeit besonders stark, kann es durch die Aufnahme histaminhaltiger Lebensmittel zu einem anaphylaktischen Schock kommen – für den Patienten lebensbedrohlich. Auf Grund dieser Gefahr wird der Provokationstest auch lange nicht von allen Experten befürwortet.

Auch Bluttests sind nach der Anamnese nicht unüblich. Über das Blut kann herausgefunden werden, wie hoch die DAO-Aktivität im Serum und der Histamingehalt im Plasma sind. Damit die Ergebnisse möglichst aussagekräftig sind, dürfen im Vorfeld keine Eliminationsdiät oder andere diätische Maßnahmen erfolgen. Nach dem ersten Bluttest erfolgt dann die Karenzphase. Im Anschluss folgt ein erneuter Bluttes, der mit dem ersten verglichen wird. Hat sich der Histaminspiegel innerhalb der Karenzphase etwa halbiert und sich die DAO-Aktivität erhöht, so kann von einer Histaminintoleranz ausgegangen werden.

Insgesamt sind Bluttests zur Diagnose einer Histaminunverträglichkeit eher wenig aussagekräftig und daher nicht immer üblich. Weitere unterstützende Maßnahmen zur Feststellung einer Histaminintoleranz können auch ein Stuhltest und ein Urintest sein. Ein Ig-G Test, der die Immunreaktion des Immunglobulin G im Körper misst, ist hingegen nicht geeignet, um eine Histaminintoleranz nachzuweisen.

 

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Janine Heinz ist Inhaberin von uniquesign und hat sich auf Text und SEO spezialisiert. Für My Histaminintoleranz ist sie als Redakteurin tätig.Über mich

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