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Histamin und Tränen

Histamin kommt natürlicherweise im menschlichen Körper vor. Es ist als Gewebshormon oder Neurotransmitter an der Immunabwehr beteiligt, regelt die Bildung von Magensaft und wirkt durch die Erweiterung der Gefäße blutdrucksenkend. Außerdem steuert Histamin den Appetit und den Rhythmus aus Schlafen und Wachen. Auch die Lernfähigkeit wird von Histamin beeinflusst.
Histamin wird durch enzymatische Prozesse aus Histidin gebildet, einer Aminosäure. Wie Forscher der MedUni Graz herausfanden, kann Histamin auch mit Hilfe von Ozon und UV-Licht künstlich aus Histidin hergestellt werden. Das berichtet die Seite der standard.at.

Histamin und UV-Licht

Viele Nahrungsmittel enthalten Histamin, und zwar in unterschiedlicher Menge. Wird zu viel davon aufgenommen, schadet Histamin dem Organismus. Damit dies verhindert wird, übernehmen die Enzyme Diaminoxidase und Histamin-N-Methyltransferase den Abbau des Histamins im Körper.
Reagiert der Körper mit Entzündung oder Allergie, setzen die Zellen Histamin frei. Daraus entstehen quälende Symptome, zum Beispiel deutliches Jucken, Brennen und Rötung der Haut.
Erstmals wurde wissenschaftlich bewiesen, dass die Histaminbildung nicht nur durch das Enzym Histidin-Decarboxylase möglich ist. Auch UV-Licht und Ozon beeinflussen diesen Vorgang.

Betadianin

UV-Licht und Tränenfilm

Die Grazer Forscher legen einen ihrer Schwerpunkte auf die Auswirkungen der Umwelteinflüsse UV-Licht und Ozon. Sie wollen herausfinden, wie dadurch der vordere Augenabschnitt, speziell der Tränenfilm, verändert wird. Dieser ist sehr differenziert aufgebaut. Er besteht aus drei Schichten: Hauptsächlich Wasser, viele Proteine sowie Lipide, Muzine, Puffersubstanzen, Anitoxidantien und Histidin.
Die Zusammensetzung der Tränenflüssigkeit kann sich pathologisch verändern, wenn äußere Faktoren auf sie einwirken. In der Folge wird die Stabilität des Tränenfilms geringer und er verdunstet rascher. Das „trockene Auge“ (Konjunktivitis sicca) entsteht und zeigt Beschwerden wie Jucken, Brennen und Fremdkörpergefühl.

Die Augen schützen

Derzeit wird mit Tränenersatzmitteln gearbeitet. Jedoch sind darin kaum oder gar nicht die natürlichen Bestandteile der Tränenflüssigkeit enthalten. So wird die Oberfläche der Augen zwar befeuchtet, jedoch nicht vor Ozon, Feinstaub und UV-Licht geschützt.

Forschern der Augenklinik ist es gelungen, Substanzen zu bestimmen, welche die Augen vor UV-Licht und Ozon schützen. Die weitere Forschungsarbeit besteht darin, diese Substanzen in Tränenersatzmittel einzubringen. Das Ziel ist, die Tränenflüssigkeit so genau wie möglich nachzubilden und damit einen besseren Schutz der Augen zu ermöglichen.

Bild: © Anatoly Tiplyashin – Fotolia.com

 

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