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Histaminspiegel und Hormone

 

Nicht nur die Ernährung, Stressfaktoren und Flüssigkeitsmangel wirken sich auf den Abbau von Histamin aus. Auch durch verschiedene weibliche Hormone wird der Histaminspiegel beeinflusst.
Das betrifft den Menstruationszyklus und die Schwangerschaft sowie hormonelle Veränderungen in den Wechseljahren. Allerdings hat die medizinische Forschung hier noch ein breites unentdecktes Feld vor sich, viele Fragen sind noch offen. Was spricht für eine Wechselwirkung zwischen Hormonen und Histaminspiegel?

Schwangerschaft: Hormone und Histaminintoleranz

Frauen mit Histaminintoleranz stellen dankbar fest, dass sie während einer Schwangerschaft keinerlei Symptome verspüren. Das liegt daran, dass die Produktion des Enzyms Diaminoxidase um ein Vielfaches erhöht wird. Damit ist der ausreichende Abbau von Histamin in jedem Fall gesichert und das Ungeborene wird vor einer zu frühen Geburt geschützt. Dieser Schutz ist so wichtig, weil Histamin in der Gebärmutter Kontraktionen auslöst, durch die der Embryo abgestoßen werden kann.
Allerdings gibt es auch andere Wege für Frauen, die Wechselwirkung von Hormonen und Histamin zu beeinflussen.

Hormone und Histaminintoleranz? Der Selbsttest

Frauen haben häufiger als Männer Kopfschmerzen, sind öfter niedergeschlagen und leiden an diffusen Muskelschmerzen, bis hin zur gefürchteten Fibromyalgie. Hinzu kommen oft noch starke Menstruationsbeschwerden wie Bauchkrämpfe und Migräne.

Hinter diesen Beschwerden kann sich eine Histaminintoleranz verbergen. Das lässt sich leicht herausfinden durch einige einfache Maßnahmen.

Führen Sie sorgfältig Ihren Menstruationskalender. Anleitung dazu gibt Ihnen gern Ihre Gynäkologin. Notieren Sie mindestens vier Wochen lang, welche Speisen und Getränke Sie zu sich nehmen. Schreiben Sie dazu auch, wie Ihr Befinden war. Traten zum Beispiel Kopf- oder Bauchschmerzen, Atemnot oder Kreislaufprobleme auf? Hatten Sie nach dem Genuss bestimmter Speisen Unterleibsschmerzen? Recherchieren Sie über den ungefähren Histamingehalt der verzehrten Nahrungsmittel, notieren Sie ihn.

Falls Sie den Verdacht haben, dass histaminhaltige Nahrungsmittel die Beschwerden auslösen, stellen Sie Ihre Ernährung radikal um. Führen Sie mindestens vier Wochen lang eine histaminfreie Diät durch. Eine Anleitung dazu finden Sie zum Beispiel auf dieser Seite.
Dort lesen Sie auch, wie Sie nach der Karenzphase Ihre Toleranz gegenüber Histamin schrittweise austesten.

Führen Sie in dieser Zeit Ihr Ernährungstagebuch weiter. Sie werden feststellen, ob es Gründe gibt, einen Zusammenhang zwischen Hormonen und Histaminintoleranz zu vermuten.
Das gilt auch für Frauen ab 40. Bei ihnen schwankt jetzt stark das hormonelle Gleichgewicht.

Wechseljahre: Hormone und Histamin – Chaos pur

Besonders häufig sind Frauen von Histaminintoleranz betroffen, es sind mehr als 70 Prozent. Von ihnen ist ein großer Teil über 40 Jahre alt. Das ist das Alter, in dem sich der Menstruationszyklus verändert, die Tätigkeit der Eierstöcke sich verlangsamt und die Hormonzusammensetzung stark schwankt.

Der weibliche Zyklus stellt sich zunächst unbemerkt um. Schon nach dem 40. Lebensjahr verändert sich bei vielen Frauen das hormonelle Gleichgewicht zugunsten von Östrogen; Gestagen tritt in den Hintergrund.
Das Östrogenübergewicht wird erst allmählich spürbar. Ein Anzeichen dafür kann die plötzliche Unverträglichkeit von Histamin sein. Vielen Frauen wird dies als Erstes daran deutlich, dass sie plötzlich keinen Rotwein mehr vertragen.

BetacurTesten Sie die Verträglichkeit verschiedener Nahrungsmittel aus und notieren Sie die Verträglichkeit, wie es oben beschrieben ist.

Eine histaminarme Diät kann oft zu einer deutlichen Verbesserung vieler Symptome führen. Eine andere Möglichkeit ist die Einnahme von Hormonen.

Hormone gegen Histaminintoleranz?

Die Einnahme von Hormonen ist allgemein umstritten. Hier gilt, wie in vielen anderen Bereichen auch: Eines ist nicht für alle gut. So gehen Sie vor:
Wenden Sie sich an die Gynäkologin Ihres Vertrauens und lassen Sie einen Hormonstatus machen. Liegt ein Überschuss an Hormonen (zum Beispiel Östrogen oder Gestagen) vor, lassen Sie sich über die Möglichkeiten aus ärztlicher Sicht aufklären. Entscheiden Sie dann, ob Sie probeweise Hormone einnehmen wollen.

Wechselwirkung von Histamin und Hormonen

Viele Aspekte der Wechselwirkung zwischen Hormonen und Histamin sind noch zu erforschen. Bisher ist schon bekannt, dass es eine gegenseitige Einflussnahme gibt.
So beeinflussen Hormone den Histaminabbau und Histamin beeinflusst das Verhalten bestimmter Hormone. Was heißt das für die betroffenen Frauen?
Zyklusabhängige Symptome und Histaminintoleranz

Frauen, die oft an der gleichen Stelle ihres Zyklus Kopfschmerzen verspüren, sollten an eine Histaminintoleranz denken. Dasselbe gilt für Frauen mit einem PMS, dem prämenstruellen Syndrom. Hier treten einige Tage vor dem Einsetzen der Menstruation Kopfschmerzen, Stimmungsschwankungen und andere Symptome auf.
Auch Dysmenorrhö, die krampfartig und schmerzhaft verlaufende Menstruation, kann ein Hinweis auf HIT sein. Der Grund ist, dass Histamin Kontraktionen der Gebärmutter fördert und damit die krampfartigen Schmerzen im Unterleib auslöst:

Unter dem Einfluss von Histamin steigt in der Gebärmutter die Produktion von Prostaglandin, das die Krämpfe verursacht. Außerdem wird das Gleichgewicht zwischen den Hormonen Estradiol, Progesteron sowie Prostraglandin verschoben.
Hier spielt auch das Hormon Östrogen eine Rolle.

Wenn auf Sie einer der folgenden Punkte zutrifft, sollten Sie an eine Histaminintoleranz denken

  • Sie haben immer wieder unspezifische Beschwerden ohne erkennbare Ursache.
  • Sie leiden am Prämenstruelles Syndrom (PMS) mit Kopfschmerzen und anderen Symptomen kurz vor der Menstruation.
  • Sie leiden an Dysmenorrhö mit krampfartigen Schmerzen und anderen starken Symptomen während der Menstruation.

Dann wird ein Ernährungstagebuch in Verbindung mit Ihrem Menstruationskalender zu Ihrem täglichen Begleiter. Notieren Sie auch, ob eines der folgenden Mittel Ihre Beschwerden lindert:

  • Stündlich 250 ml stilles Wasser trinken.
  • Mindestens einmal täglich eine Dosis Calcium einnehmen, zum Beispiel als Brausetablette. Diese Maßnahme wird von manchen Betroffenen auch bei akuten Symptomen der Histainintoleranz empfohlen.
  • Die kurzzeitige Einnahme eines Antihistaminikums, das es freiverkäuflich in der Apotheke gibt.
  • Die regelmäßige Einnahme von Vitamin C, täglich 100 mg.

Mit den Aufzeichnungen über Ihre Ernährung, Ihre Symptome und Ihren Zyklus suchen Sie dann eine Ärztin Ihres Vertrauens auf. Regen Sie an, Ihr Blut auf folgende Vitamine und Mineralien zu überprüfen:

  • Magnesium
  • Calcium
  • Vitamin B6
  • Vitamin D3

Falls hier Mangelzustände vorliegen, nehmen Sie ein gutes Nahrungsergänzungsmittel ein.

 

Bildnachweis: ©  puhhha – Fotolia.com

 

 

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