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Histaminintoleranz - gibt es sie wirklich

Histaminunverträglichkeit – gibt es sie wirklich?

Wer auf Histaminverzehr mit unangenehmen Symptomen reagiert, leidet meist an einer Histaminunverträglichkeit. Grund dafür ist ein Mangel an Enzymen, die das Histamin im Körper abbauen. Antihistaminika und eine Ernährungsumstellung sind nötig, da es keine kausale Therapie gibt. Geschätzte 1 Prozent der Deutschen sind betroffen, davon Frauen viermal so oft wie Männer. Da die Symptome sehr unterschiedlich und unspezifisch sind, ist das Erscheinungsbild der Intoleranz inhomogen. Hautrötungen sind ebenso möglich wie Atembeschwerden, Herzrasen, Migräne oder Übelkeit und Bauchschmerzen. Dabei sind chronische Beschwerden von solchen zu unterscheiden, die unmittelbar nach dem Verzehr histaminhaltiger Lebensmittel auftreten, berichtete die Pharmazeutische Zeitung.

Symptome ja, doch wo ist die Ursache?

Laut Professor Dr. Martin Raithel, Universitätsklinik Erlangen, treten chronischen Symptome auf, wenn die Erkrankung länger nicht erkannt wird. Auch wenn Patienten bereits weniger Histamin aufnehmen, sorgen langfristige Histamineffekte für chronische Krankheitssymptome, darunter Müdigkeit, Unruhe oder psychische Verstimmtheit. Histamin ist ein Botenstoff, der zum Teil im Körper hergestellt wird. Es ist wichtig für die Abwehrfunktion und wird bei allergischen Reaktionen erhöht ausgeschüttet. Bei der Histaminunverträglichkeit werden Histamine, die über die Nahrung aufgenommen werden, nicht vertragen. Vermutet wird eine Abbaustörung, jedoch sind die Ursachen nicht vollständig geklärt.

Abdigest-histaminintoleranz

Der Histamin-Intoleranz auf der Spur

Histamin-N-Methyltransferase (HNMT) ist das Enzym, das den Abbau des Histamins in der Zelle übernimmt. Die Diaminoxidase (DAO) baut das Histamin außerhalb der Zelle und durch Methylierung ab. Meist ist eine verringerte DAO-Aktivität für die Histaminunverträglichkeit verantwortlich. Auch eine geringere Aktivität des HNMT ist möglich. Ein definierter Enzymmangel konnte wissenschaftlich jedoch noch nicht ausreichend bestätigt werden. Es gibt auch Experten, die an der Existenz der Unverträglichkeit gegenüber Histamin zweifeln. Grund dafür ist, dass es keine eindeutigen Belege für das Vorhandensein gibt. Zwar wird oft vermutet, dass Patienten an der Intoleranz leiden, rationale Sicherungen gibt es jedoch selten. In der Praxis wurde erwiesen, dass ein Teil der mutmaßlich Betroffenen an einer Grunderkrankung leidet, die die Symptome verursacht. Oft sind es Allergiepatienten, die sensibel auf Histamin reagieren, ohne dass eine Histaminunverträglichkeit definitionsgemäß vorliegt. Dennoch wird es als solche interpretiert. Daher sollten alle Symptome, die mit Histamin assoziiert werden, umfassend geklärt werden. Bleiben allergische oder andere Ursachen aus, ist der Verdacht auf HIT verhärtet. Dann sollte eine Ernährungsumstellung vorgenommen werden, nach der die Konzentration von Histamin und DAO gemessen wird. Fehler sind hier nicht selten.
Ein Provokationstest verschafft Klarheit und sollte nach der Reduktion des exogenen Histamins durchgeführt werden. Mit einer Histaminprovokation kann eine individuelle Verträglichkeitsgrenze gefunden werden. Pseudoallergische Symptome treten bei den meisten Patienten ab 75 mg Histamin auf. Etwa die Doppelte Menge löst auch bei gesunden Menschen Symptome aus. Da ein Provokationstest Risiken mit sich bringt, sollte er von spezialisierten Ärzten – unter intensivmedizinischer Beobachtung – durchgeführt werden. Besteht eine Histaminunverträglichkeit, so sollte die Aufnahme histaminhaltiger Nahrung reduziert werden.

Eine Umstellung des Speiseplans

Betroffene sollten auf frische, unverarbeitete Lebensmittel zurückgreifen, um große Histamin-Quellen zu meiden. Vor allem von gereiften oder gegärten Lebensmitteln ist abzuraten. Die Verträglichkeit gegenüber Histamin kann bei Frauen auch vom Hormonstatus abhängen. Auch die Abstände zwischen den Mahlzeiten oder Stress beeinflussen die Verträglichkeit. Während der Schwangerschaft sind Frauen meist beschwerdefrei.
Antihistaminika können Symptome mindern, sodass ein Glas Wein ab und an möglich ist. Andere Medikamente sind problematisch, da sie die DAO Aktivität verringern können. Gerade bei entzündungs- oder schmerzhemmenden Medikamenten ist Vorsicht geboten, da diese die allergenspezifische Freisetzung von Histamin fördern können. Insgesamt werden die Wechselwirkungen in der Regel aber eher überschätzt.

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Janine Heinz ist Inhaberin von uniquesign und hat sich auf Text und SEO spezialisiert. Für My Histaminintoleranz ist sie als Redakteurin tätig.Über mich

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