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Fisch bei Histaminintoleranz

Kein Verzicht auf Fisch bei Histaminintoleranz

Bei einer bestehenden Histaminintoleranz müssen Sie unter anderem auf Ihre Ernährung achten. Das bedeutet auch, dass bei bestimmten Lebensmitteln Vorsicht geboten ist. Zu diesen Lebensmitteln gehört auch Fisch. Mit dem richtigen Hintergrundwissen brauchen Sie aber nicht pauschal auf den Verzehr von Fisch zu verzichten. In dem folgenden Beitrag lesen Sie, warum Sie dies auch nicht tun sollten. Außerdem erfahren Sie, auf was Sie in Sachen Fisch bei Histaminintoleranz achten müssen, damit Sie ihn gut vertragen.

Warum wäre es schade pauschal auf Fisch zu verzichten?

Es wäre schade, wegen einer Histaminintoleranz gänzlich auf Fisch zu verzichten. Denn er ist sehr gesund. Fisch enthält viele gesunde Omega 3-Fettsäuren und liefert wertvolles tierisches Eisen. Zudem ist er auch eine tolle Quelle für das wichtige Vitamin D. Weitere gute Gründe, bei einer Histaminintoleranz nicht gänzlich auf Fisch zu verzichten, sind nicht zuletzt der Genuss und ein Stück Lebensqualität – zumindest, wenn man gerne Fisch isst.

Fisch bei Histaminintoleranz: Welcher ist geeignet?

Entscheidend für die Verträglichkeit des Fisches bei einer bestehenden Histaminintoleranz ist die richtige Wahl der Fischart. Zwar ist Fisch in der Regel von Hause aus histaminarm, aber einige Fischarten enthalten viel Histidin, durch dessen Abbau Histamin entsteht. Dazu gehören zum Beispiel Thunfische, Heringe, Sardinen und Makrelen. Auch bei Meeresfrüchten, Schalen- und Krustentieren ist Vorsicht geboten, da sie schnell verderben und zudem oft Histaminliberatoren enthalten.

Geeignete Fischsorten hingegen sind unter anderem Lachs, Scholle, Forelle, Kabeljau und Seelachs. In Form von fertigen Fischsalaten sowie Fischkonserven, geräuchert oder eingelegt weisen allerdings auch diese Fischarten einen hohen Histamingehalt auf. Aus diesem Grund ist Frische ein Muss beim Fischkonsum. Zudem sollte der Fisch nicht aus Aquakulturen stammen. Denn dort wird oftmals Soja verfüttert und Soja hat einen hohen Histamingehalt.

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Darauf ist beim Einkauf von Fisch zu achten

Auch beim Einkauf des Fisches gibt es ein paar Dinge zu beachten, damit er verträglich ist. Wegen seines hohen Eiweißgehaltes ist Fisch besonders leicht verderblich und damit sehr anfällig dafür, Histamin zu bilden. Deshalb sollte er nach Möglichkeit fangfrisch sein. Aber Achtung, das ist nicht gleichbedeutend mit frischem Fisch von der Fischtheke im Supermarkt. Ideal wäre es, ihn selbst zu angeln. Das ist aber nicht jedermanns Sache und auch nicht jedem möglich (z. B. wegen fehlender Angelberechtigung bzw. Angelschein). Wer an der Küste wohnt, kann den Fisch bei Histaminintoleranz frisch vom Kutter beziehen.

Für alle anderen ist tiefgefrorener Fisch, wenn er direkt auf dem Schiff verarbeitet und sofort tiefgefroren wurde, eine gute Alternative. Wird er erst später verarbeitet sowie tiefgefroren und liegt vorher noch lange im Warmen, können Bakterien aus dem Darm in das umliegende Gewebe des toten Fisches gelangen. Das wiederum wirkt sich negativ auf den Histamingehalt aus. Bei tiefgekühltem Fisch ist besonders wichtig, dass die Verpackung nicht beschädigt ist und die Kühlkette eingehalten wird. Für den Transport ist deshalb eine Kühltasche ratsam. Im Sommer oder für einen längeren Weg nach Hause bieten gefrorene Kühlakkus einen zusätzlichen Schutz. Befinden sich auf oder in der Packung viele Eiskristalle, ist das ein Zeichen dafür, dass der Fisch schon einmal angetaut war. Darüber hinaus ist ein langes Haltbarkeitsdatum vorteilhaft, damit der Fisch möglichst noch nicht zu lange tiefgefroren gelagert wurde.

Fisch bei Histaminintoleranz nicht lange lagern

Wie bereits erwähnt, sollte Fisch bei einer Histaminintoleranz generell schnell verarbeitet und verbraucht werden. Auch tiefgekühlter Fisch sollte nicht zu lange gelagert werden. Denn auch im tiefgefrorenem Zustand werden die Wachstumsprozesse von Mikroorganismen nicht gestoppt, sondern lediglich deutlich verlangsamt. Zudem muss der eingefrorene Fisch in einem Tiefkühler, der mindestens -18 °C kalt ist bzw. mindestens drei Sterne hat, gelagert werden. Bei kleinen Tiefkühlfächern im Kühlschrank ist das oft nicht der Fall.

Zubereitung von Fisch bei Histaminintoleranz

Bevor der Fisch zum Beispiel gebraten wird, muss er entsprechend vorbereitet werden. Bei der Vorbereitung gibt es ein paar Dinge zu beachten, damit der Fisch bei einer Histaminintoleranz verträglich ist. Ist der Fisch tiefgekühlt, darf er nicht unnötig lange auftauen, wie es zum Beispiel im Kühlschrank der Fall ist. Wichtig ist, dass er zügig aufgetaut wird, damit sich nicht unnötig viel Histamin bildet. Von den typischen drei S (Säubern, Säuern, Salzen) der Fischzubereitung sollten bei einer Histaminintoleranz nur zwei angewendet werden – Säubern und Salzen. Nicht ratsam ist das Säuern mit Zitrone, da Zitrone zu den Histaminliberatoren gehört. Das Säubern des Fisches hat in diesem Fall nicht nur hygienische Gründe, sondern noch einen weiteren Vorteil. Da Histamin wasserlöslich ist, lässt sich gegebenenfalls an der Oberfläche befindliches Histamin wegspülen, wenn der Fisch unter kaltem Wasser abgespült wird.

Mit ein bisschen Hintergrundwissen können Sie sich also auch Fisch bei einer Histaminintoleranz schmecken lassen. Den fertig zubereiteten Fisch sollten Sie dann aber auch nach Möglichkeit komplett aufessen und nicht zu einem späteren Zeitpunkt wieder aufwärmen.

Bildnachweis: © weyo – Fotolia.com

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