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Mit Freude reisen – Trotz Histaminintoleranz

Ob Tagesausflug oder Fernreise: Die Histaminintoleranz ist immer dabei. Idealerweise beachten Betroffene das schon bei der Planung und Vorbereitung ihrer Reise; umso geringer ist das Risiko, dass ihnen lästige oder gar gefährliche Symptome zu schaffen machen.

Welcher Proviant eignet sich, was gehört in die Reiseapotheke und wonach sollten Sie Ihre Fluggesellschaft und den Reiseveranstalter fragen? Hier unsere Tipps für Kurz- und Fernreisen:

Für einen Tag dem Alltag entfliehen

Der Tagesausflug bietet für Menschen mit Histaminintoleranz den größten Vorteil: Sie sind weitestgehend unabhängig in der Wahl ihrer Nahrungsmittel. Eine gut gefüllte Tasche mit Proviant erspart es ihnen, auf der Speisekarte nach einem passenden Gericht zu fahnden.

In einer fremden Umgebung werden die einfachsten Nahrungsmittel zu Leckereien, die man ganz neu entdeckt. Wie wäre es mit Reiswaffeln und frischen Früchten, ergänzt mit etwas Frischkäse? Oder eine Schale mit gedünstetem Reis und Gemüse, gewürzt mit Meersalz und frischen Kräutern?

Da gerade bei Histaminintoleranz die Verträglichkeit sehr individuell ist, werden Betroffene auf solche Produkte zurückgreifen, die sich in der Vergangenheit als bekömmlich erwiesen haben. Hier einige Beispiele für geeignete Zutaten die Mahlzeit unterwegs:

Gemüse:

• Brokkoli
• frische Kräuter
• Grüner Salat
• Gurke
• Karotten
• Kartoffeln
• Knoblauch
• Kohl
• Lauch
• Mais
• Paprika
• Radieschen
• Rettich
• rote Bete
• Spargel
• Zucchini
• Zwiebeln

Obst

• Äpfel
• Aprikosen
• Heidelbeeren
• Johannisbeeren
• Kirschen
• Litschi
• Mango
• Melone
• Nektarinen
• Pfirsiche

Süßes

• Fruchtbonbons
• Fruchtgummi
• Honig
• Kaugummi
• Konfitüre
• Popcorn

Als Getränk eignet sich vor allem Wasser. Davon sollte man ausreichend dabei haben und unterwegs nachkaufen. Wasser ist nicht nur wichtig für den Kreislauf, sondern unterstützt auch den Abbau von Histamin.
Wer Kaffee und Tee mag, nimmt sich auch davon einen Vorrat mit.

Ist man mit dem Auto unterwegs, bietet sich das Mitführen einer elektrischen Kühlbox an. Man kann sie direkt im Auto an die Buchse für den Zigarettenanzünder anschließen. Sie sorgt dafür, dass auch bei großer Wärme alles schön frisch und appetitlich bleibt.

Diese Empfehlungen haben sich auch für Reisen bewährt, die an fernere Orte führen. Doch nicht immer ist man mit dem Auto unterwegs. In Bahn und Flugzeug ist noch einiges mehr zu beachten.

Abdigest-histaminintoleranz

Längere Reisen mit Bahn und Flugzeug

Fernreisen sind für Menschen mit Histaminintoleranz eine Herausforderung. Schon die Anstrengungen der Reisevorbereitung können zu einem verschlechterten Histaminabbau und damit zu Symptomen führen.

Tipp: Achten Sie in den Tagen vor der Reise auf bekömmliche Ernährung und ausreichende Ruhezeiten.

Wie ist das Speisenangebot am Urlaubsort? Ziehen Sie vorher möglichst genaue Erkundigungen ein. Je nachdem, ob Sie vor Ort Menüangebote im Hotel nutzen oder Selbstversorger sind, müssen Sie sich auf verschiedene Bedingungen einstellen. Hier helfen Ihnen auch oft die Reiseveranstalter weiter.

Die nächste Frage gilt den Mahlzeiten während der Reise. Anders als bei Reisen mit dem PKW sind im Zug, Bus und besonders im Flugzeug die Aufbewahrungsmöglichkeiten für Proviant beschränkt. Auch eine ausreichende Kühlung ist meist nicht möglich. Greifen Sie zu Nahrungsmitteln, denen die Temperatur nichts anhaben kann. Also zum Beispiel lieber ganze Äpfel als Melonenstücke.

Viele Fluggesellschaften sind schon auf spezielle Menüs eingestellt. Allergiearme Mahlzeiten, vegetarische oder koschere Angebote gehören zum normalen Service. Histaminarme Angebote sind nicht erhältlich, weil der Histamingehalt von vielen Nahrungsmittel Schwankungen unterliegt und die Verträglichkeit sehr individuell ist.

Fragen Sie rechtzeitig bei der Fluggesellschaft nach, welche speziellen Menüs bestellbar sind. Ihr Augenmerk sollte auch den verwendeten Zusatzstoffen und Gewürzmischungen gelten.
Fragen Sie auch, welchen Proviant Sie selbst mitführen dürfen und welche Behältnisse zugelassen sind. So vermeiden Sie Probleme bei der Sicherheitskontrolle.
Falls Sie mit der Lufthansa fliegen, können Sie sich vorher an das Medical Operation Center wenden. Hier erhalten Sie Antworten auf Fragen zu medizinischen Details und darüber, wie die Crew im Notfall helfen kann.

Am Urlaubsort ist zunächst einmal Ruhe das oberste Gebot. Der Körper braucht etwa zwei Tage, um sich von den Anstrengungen der Reise zu erholen und sich an die neuen Bedingungen zu gewöhnen.
Lassen Sie es deshalb in den ersten Tagen „langsam angehen“.

Auf Reisen und am Urlaubsort: Die Reiseapotheke ist ein wichtiger Begleiter. Hier unsere Tipps für viele Fälle:

Die Reiseapotheke bei Histaminintoleranz

Vitamin B6: Es wirkt als Coenzym für die Diaminoxidase und ist damit nicht unerheblich am Abbau von Histamin beteiligt. Eine Blutuntersuchung gibt Aufschluss über den Vitamin B6 Spiegel.

Auch die Einnahme von Mangan und Zink wirkt sich günstig auf den Abbau von Histamin aus. Ein gutes Nahrungs-
ergänzungsmittel beugt einem Mangel vor. Es sollte etwa sechs Wochen lang eingenommen werden.

Vitamin C: Auch dieses Vitamin ist wahrscheinlich am Histaminabbau beteiligt. Untersuchungen zeigten, dass bei Menschen mit Histaminintoleranz der Vitamin C Spiegel auffallend niedrig war. Vitamin C wird kaum im Körper gespeichert, daher muss es dem Körper regelmäßig zugeführt werden.

Bei Völlegefühl, Magendrücken und Bauchschmerzen haben sich auch Bitterkräuter bewährt. Es gibt sie in getrocknet oder als Tropfen:

• Beifuß: Magenbeschwerden
• Bohnenkraut: Blähungen
• Enzian: Völlegefühl, Blähungen
• Ingwer: Magen- und Darmbeschwerden, Übelkeit
• Melisse: Blähungen, Magen- und Darmbeschwerden
• Salbei: Magen- und Darmbeschwerden
• Schafgarbe: Sodbrennen, Völlegefühl
• Wermut: Blähungen, Magen- und Darmbeschwerden

Führen Sie auch ein Antihistaminikum in Ihrer Reiseapotheke mit. Ebenfalls empfehlenswert ist das Medikament Daosin. Es führt dem Körper das Enzym Diaminoxidase direkt zu.
Für beide gilt jedoch: Bitte Arzneimittel unterwegs nur anwenden, wenn Sie wissen, dass Sie positiv darauf reagieren.

Bitte lassen Sie sich, besonders vor einer Fernreise, auch von Ihrem Arzt beraten.

Bildnachweis: © CandyBox Images – Fotolia

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