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Rrick-Test und RAST-Test zur Diagnose von Nahrungsmittelunverträglichkeiten

Den Symptomen auf der Spur – Prick-Test und RAST-Test als Wegweiser

Wer wegen seiner Unverträglichkeiten einen Arzt aufsucht, wünscht sich Gewissheit über die Ursache seiner Beschwerden. Immer wieder sind hierfür zwei Tests im Gespräch: Der Prick-Test und der RAST-Test. Doch welcher Test ist wann sinnvoll und welche Ergebnisse können sie liefern?

Der Prick-Test – Ursachenforschung durch „Provokation“

Nach einer ausführlichen Anamnese hat Ihr Arzt vielleicht einen Prick-Test vorgeschlagen. Damit möchte er dem Verdacht auf eine Unverträglichkeit nachgehen.

Der Prick-Test ist ein häufig angewandter Test, weil er auf recht unkomplizierte Weise in kurzer Zeit verwertbare Hinweise liefert. Diese sind entweder schon für sich genommen eindeutig oder geben die Richtung weiterer Untersuchungen an.

Der Test kann schon bei Säuglingen durchgeführt werden, findet jedoch meist erst bei Kindern ab dem 2. oder 3. Lebensjahr Anwendung.

Der Prick-Test ist ein Provokationstest. Er ist der gebräuchlichste schulmedizinische Allergietest, um Allergien vom Typ I (Sofortreaktionen) des Körpers zu ermitteln. Dazu gehören zum Beispiel der Heuschnupfen, das allergische Asthma und Nahrungsmittelallergien.

Provokationstest bedeutet, dass der Körper durch die Gabe bestimmter Substanzen zu einer Abwehr-Reaktion herausgefordert wird. Der Ablauf ist recht einfach.

Abdigest-histaminintoleranz

Barometer auf der Haut – So läuft der Prick-Test ab

Auf den Unterarm wird ein zweireihiges Gitter aufgemalt. Die so entstehenden 15 bis 20 Punkte werden nummeriert. Der Arzt tropft eine kleine Menge eines standardisierten Allergen-Extraktes auf die Haut. Mit einer Lanzette ritzt er dann die Haut leicht ein, so dass die Substanz unter die Haut dringt. Dort kommt sie mit den Abwehrzellen (Mastzellen) des Körpers in Berührung. Liegt eine Allergie vor, schütten die Mastzellen Histamin aus. Das bewirkt, dass sich die Blutgefäße weiten, so dass die Haut sich rötet. Die Gefäße werden auch durchlässiger; Flüssigkeit tritt aus und die Haut rötet sich. Es bildet sich eine sogenannte Quaddel. Außerdem werden Nervenendigungen gereizt, das verursacht ein Jucken der Haut.

Die Lanzette wird für jede Substanz gewechselt, um Vermischungen zu vermeiden. Es werden die am häufigsten auftretenden Allergie-Auslöser getestet. Falls ein spezieller Verdacht vorliegt, kann die entsprechende Substanz aber auch in den Prick-Test mit einbezogen werden.

Um zu überprüfen, ob der Test auswertbar ist, werden noch zwei zusätzliche Substanzen verwendet: Der Negativ-Test wird mit Kochsalzlösung durchgeführt. Auf Kochsalz reagiert der Körper immer negativ, also ohne Symptome. Der zweite Vergleichstest ist der Positiv-Test mit Histamin. Auf Histamin reagiert jeder Körper mit einer Hautrötung.

Die Stärke dieser Reaktion macht sich der Arzt beim Verdacht auf Histaminunverträglichkeit zunutze.

Nach etwa 20 Minuten untersucht der Arzt die entstandenen Hautreaktionen. Er notiert die Größe der entstandenen Quaddel, die Rötung und wie stark die Haut juckt. Je größer die Quaddel, umso stärker ist die Reaktion auf das Substrat.

Bei einem Patienten ohne Histaminunverträglichkeit bildet sich, wie schon beschrieben, immer eine Hautreaktion. Diese klingt nach ungefähr 20 Minuten ab. Wenn sie länger anhält, ist das ein Zeichen dafür, dass eine Histaminunverträgichkeit vorliegen kann. Gleichzeitig können andere Unverträglichkeiten ausgeschlossen werden.

Ein Vorteil des Testes ist seine Einfachheit. Zudem kann gleichzeitig eine größere Anzahl von Substanzen getestet werden. Doch es gibt auch einige Einschränkungen.

Was ist beim Prick-Test zu beachten?

Der Prick-Test darf nicht bei Verletzungen des Unterarms durchgeführt werden.

Medikamente, wie zum Beispiel Antihistaminika oder Kortikosteroide, können den Test verfälschen. Außerdem sollte der Patient zum Zeitpunkt des Testes frei von Allergien und Infektionen sein. Das heißt, dass zum Beispiel ein Test auf Pollenallergie im Herbst oder Winter durchgeführt wird.

Das Testergebnis sollte nicht für sich allein stehen, sondern nur im Zusammenhang mit einer ausführlichen Anamnese gesehen werden. Denn zum Beispiel kann trotz einer schwachen Hautreaktion eine starke Unverträglichkeit vorliegen oder auch umgekehrt.

Da der Test mit standardisierten Substanzen durchgeführt wird, ist die Gefahr einer gefährlichen allergischen Reaktion nur gering. Doch der Arzt bleibt während der ganzen Zeit in der Nähe, so dass er eingreifen kann, falls doch eine unerwartet starke Reaktion auftritt.

Der Prick-Test ist für eine erste Diagnose von Allergien mit Sofort-Reaktion geeignet.

Bei der Untersuchung auf Histaminunverträglichkeit muss beachtet werden, dass eine Reaktion auf Histamin auch verzögert auftreten kann, also weit nach Ablauf der beschriebenen Frist von 20 Minuten. Außerdem hängt die Reaktion des Patienten auch von der Dosierung der Histamineinnahme ab. Das heißt, dass auch bei einer unauffälligen Hautreaktion eine Histamin-Abbaustörung vorliegen kann. Hier liefert der Test nur einen ungefähren Anhaltspunkt und sollte ebenfalls nicht für sich allein gesehen werden.

Für die Untersuchung auf Laktoseintoleranz eignet sich der Prick-Test nicht. Laktoseintoleranz beruht auf einem Enzymdefekt bzw. dem Fehlen eines Enzyms und nicht auf einer allergischen Reaktion des Körpers. Deshalb kann mit dem Prick-Test lediglich eine – selten auftretende – Kuhmilch-Allergie bestätigt oder ausgeschlossen werden.

Kuhmilch-Allergie kann auch mit dem RAST-Test festgestellt werden.

Der RAST-Test – Ein seltenes Verfahren

Der Radio-Allergo-Sorbent-Test, kurz: RAST, wird eher selten angewendet, denn er ist recht kompliziert. Der RAST-Test ist ein Bluttest. Filterpapiere werden mit jeweils einem Allergen zusammengebracht und es wird die Ausschüttung von IgE-Antikörpern gemessen. Das sind die Immunglobuline, die bei einer Allergie vom Typ I gebildet werden. In der Auswertung wird eine Einteilung von 0 bis 4 oder von 0 bis 6 vorgenommen. Das heißt, dass keine Intoleranz oder sonstige Unverträglichkeit nachgewiesen werden kann, bei der IgE-Antikörper nicht beteiligt sind.

Für Histaminunverträglichkeit oder Laktoseintoleranz ignet sich der Test also nicht. Liegt eine Kuhmilch-Allergie vor, fällt der Test positiv aus.

 

Der RAST-Test ist umstritten, denn es hat sich gezeigt, dass nicht in jedem Fall ein Zusammenhang zwischen den allergischen Symptomen und dem Testergebnis bestehen muss.

Um die Ursache der Allergie genauer zu bestimmen, ist häufig ein Provokationstest (z.B. Prick-Test) notwendig.

 

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Janine Heinz ist Inhaberin von uniquesign und hat sich auf Text und SEO spezialisiert. Für My Histaminintoleranz ist sie als Redakteurin tätig.Über mich

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