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Vitaminmangel bei Nahrungsmittelunverträglichkeiten

Die Problematik einer eingeschränkten Ernährung

Nahrungsmittelintoleranzen sind ein Problem, das sich immer weiter verbreitet. Es scheint, als gäbe es fast niemanden mehr, der sich ganz bedenkenlos in ein Restaurant setzen, bei Freunden ein gemütliches Dinner genießen oder einfach problemlos beim nächsten Imbiss einen Snack essen kann.  Entweder hat er im Nachhinein mit unangenehmen Symptomen, die meist den Darm betreffen, zu kämpfen, oder er muss bereits im Vorfeld eine Liste an Lebensmitteln, die er nicht verträgt, aufzählen.

Fructoseintoleranz, Laktoseintoleranz, Gluten- und Histaminunverträglichkeit sind die bekanntesten und am weitesten verbreiteten Nahrungsmittelunverträglichkeiten. Nicht selten gehen sie auch mit einem Reizdarmsyndrom einher. Nahrungsmittelunverträglichkeiten an sich sind zwar nicht langfristig schädlich. Jedoch schränken sie die Betroffenen in ihrer Ernährung mitunter stark ein. Denn um die unangenehmen Symptome zu vermeiden, muss auf entsprechende Lebensmittel verzichtet werden.

Mangelerscheinungen durch Verzicht

Bei einer Laktoseintoleranz sind es Milchprodukte, die vom Speiseplan verschwinden. Reagieren Sie unverträglich auf Fruchtzucker, so muss auf viele Obst- und Gemüsesorten aber auch auf zahlreiche Fertigprodukte verzichtet werden, da diese Fructose enthalten. Betroffene der Glutenunverträglichkeit meiden eine Vielzahl von Getreidesorten. Wer kein Histamin verträgt, der wird seine Probleme vor allem mit Lebensmitteln haben, die lange reifen. Hierzu gehören unter anderem Käse und einige Fleischprodukte. Der Verzicht ist für viele bereits eine große Herausforderung. Doch er bringt noch ein weiteres Problem mit sich: Die Wahrscheinlichkeit eines Vitamin- und Nährstoffmangels steigt enorm an, wenn eine abwechslungsreiche und ausgewogene Ernährung nicht mehr ohne weiteres möglich ist.

Der Verzicht auf Milchprodukte führt schnell zu einem Kalziummangel, der zu Knochenschwund führen kann. Wer nicht ausreichend Obst und Gemüse zu sich nehmen kann, der hat es schwer, den Körper mit wichtigen Vitaminen zu versorgen. Neben körperlichen Beschwerden können auch eine verringerte Leistungsfähigkeit, Energielosigkeit, Schlafmangel und Depressionen eine Folge sein. Betroffene der Zöliakie leiden häufig unter einem Eisenmangel, weil die entzündete Darmschleimhaut diesen – und andere Nährstoffe – nicht wie gewohnt aufnehmen kann.

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So beugen Sie dem Vitamin- und Mineralstoffmangel vor

Um einem Vitamin- und Nährstoffmangel zu vermeiden, müssen Menschen mit Nahrungsmittelunverträglichkeiten besonders genau auf die Ernährung achten. Nicht nur auf das, was sie nicht essen dürfen, sondern auch auf das, was sie dringend essen sollten, um Defizite auszugleichen.

Wer gerade erst mit der Diagnose Nahrungsmittelunverträglichkeit konfrontiert wurde, wird es damit besonders schwer haben. Aber auch Betroffene, die sich ihrer Unverträglichkeit schon länger bewusst sind, stehen vor einer großen Herausforderung in Bezug auf ihre Ernährung. In solchen Fällen kann ein Ernährungsberater helfen. Dieser kann einen individuellen Ernährungsplan erstellen, der genau auf die jeweiligen Bedürfnisse und Besonderheiten bei einer Nahrungsmittelintoleranz zugeschnitten ist. Liegt eine medizinische Notwendigkeit vor, die durch einen Arzt bestätigt wurde, werden die Kosten für die Ernährungsberatung häufig auch von der Krankenkasse getragen.

Mittlerweile gibt es für Betroffene zahlreiche Ersatzprodukte. Laktosefreie Produkte sind schon lange nicht mehr aus den Regalen von Supermärkten und Discountern wegzudenken. Auch Produkte ohne Gluten – zum Beispiel Pizzen und verschiedene Backwaren – sind immer häufiger zu finden und dämmen den Verzicht etwas ein.

Wer sich etwas intensiver mit dem Thema Ernährung beschäftigt, der wird auch Alternativen finden, um den Vitamin- und Nährstoffdefizit auszugleichen. Beispielsweise enthält besonders grünes Gemüse wertvolles Kalzium und ist somit ideal als Kalziumlieferant für Menschen, die auf Milch verzichten müssen. Der Betroffene der Fructoseintoleranz muss auch nicht gänzlich auf Obst verzichten, denn es gibt Obstsorten mit wenig Fruchtzucker. Wichtig ist nur herauszufinden, in welchen Mengen diese vertragen werden.

Wer trotz Alternativen nicht ausreichend Vitamine- und Mineralstoffe zu sich nehmen kann, der kann seine Ernährung durch Vitamin- und Mineralstoffprodukte ergänzen. Hierbei sollte jedoch darauf geachtet werden, dass es nicht zu einer Überdosierung kommt, die wiederum gesundheitliche Folgen haben kann.

 

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